Was kann man nur machen, wenn es immer kälter und dunkler wird? Utes Antwort: Coleslaw.

Also, es hat ja jedes Jahr etwas sehr Irritierendes, wenn die Tage zunehmend zusammenschrumpfen, bis ihr größter Teil aus Dunkelheit besteht, oder? Ja, ich weiß, ist jedes Jahr dasselbe, sollte man sich eigentlich dran gewöhnt haben, und in Zeiten elektrischer Beleuchtung und durchgehend heller Innenstädte ist das doch kein Grund mehr zum Jammern? Jedenfalls nicht verglichen mit früheren Zeiten, in denen man mit ganzer Familie um ein einzelnes Feuer herumsaß, während der eisige Wind durch die Ritzen in den Hüttenwänden pfiff… Jaja, ich hör´ schon auf. Aber dieses Jahr fällt es mir wirklich nicht leicht, mich an „dunkel und kalt“ zu gewöhnen. Wahrscheinlich, weil wir so ausgiebig und bis in den November hinein „sonnig und warm“ genießen konnten? Das fühlt sich jetzt doch wirklich an, als hätte jemand ganz plötzlich das Licht ausgeknipst. Und so von jetzt auf gleich auf die altbewährten Winterbeschäftigungen umzuschalten, wo ich doch gefühlt gerade eben noch fröhlich im Garten werkeln konnte, gelingt mir in diesem Jahr nur schwer, wahrscheinlich gerade deshalb. Wie ist es bei Ihnen? Und, wo wir hier gerade so vertraulich plaudern: haben Sie auch so einen Winterappetit? Wie kommen Sie – gesetzt den Fall, Sie kommen überhaupt – an den ganzen jahreszeitlichen Süßigkeiten vorbei, die seit September vor den Supermarktkassen Spaliere bilden? Wie machen Sie das??

Als meine Söhne noch klein waren, gab es ja ein unschlagbares Rezept, diese Vorweihnachtszeit zu überstehen, ohne Supermärkte und Geschenkekasse zu plündern, nämlich: Kekse backen. Natürlich mit selbstgemachtem Teig und nicht dem fertigen aus dem Kühlregal, sonst macht das ja keinen Spaß! Alle Jahre wieder hatte ich dafür die neuesten Rezepthefte gekauft, die liegen inzwischen fein aufgestapelt in einer Kiste im Regal. Und ich weiß, es sind ein paar Rezepte darunter, die ich „immer noch mal ausprobieren“ wollte, und zwar, wenn keine Kinderfinger darin herummantschen können. Diese Rezepte sind nämlich von komplizierterer Natur, und die backende Mutter weiß aus Erfahrung, dass „Kinder“ und „kompli-ziert“ keine erfolgversprechende Kombination sind, im Gegenteil. Kompliziertes Backwerk zumal verlangt nach meditativer Gelassenheit, wenn das Ergebnis auch nur halb so werden soll wie auf dem foodgestylten Foto…und das muss, das verlangt schon der bäckerliche Ehrgeiz! Kinder sind da leider am falschen Ort, aber es gibt ja genügend robuste Gebäcke, an denen sie sich austoben können.

Also, gut, dass wir drüber gesprochen haben, denn jetzt habe ich mein Vorweihnachtsprojekt: Die „Immer-noch-mal-ausprobieren“-Plätzchen ausprobieren! Dafür muss ich meine Backheftesammlung noch einmal gründlich durchforsten – und das heißt, dass ich Ihnen frühestens mit meinem nächsten Artikel meine Lieblings-Plätzchenrezepte vorstellen kann. Ja, tut mir auch leid, aber ich werde mich beeilen und noch vor Weihnachten damit herausrücken, ich verspreche es hoch und heilig!

Essen für Bewegung und Gesundheit

Das Rezept, das ich heute für Sie habe, hat aber gewissermaßen mit dem anderen Problem dieser dunklen Zeit zu tun, nämlich „Bewegung und Gesundheit“. Denn was brauchen wir im Winter, sagen die Ärzte? Jede Menge Vitamin C. Und wo ist jede Menge Vitamin C drin? In – Weißkohl! In dem außerdem noch Senföle vorhanden sind, die antibiotisch wirken sollen. Wer mal aus Versehen scharfen Senf in die Nase bekommen hat, glaubt das unbesehen.

Und wo ist da die Bewegung? Ganz einfach: ich nenne keine Küchenmaschine mein Eigen, und wenn ich folgendes Rezept bereiten will, muss ich den dafür notwendigen Weißkohl auf der Küchenreibe kleinraspeln. Ja, das ist harte Arbeit und echter Wintersport! Zwei Fliegen, eine Klappe. Außerdem können Sie das heutige Rezept auch gleich für die Silvesterparty einplanen, denn es ist – ein Salat. Nämlich der besonders in englischsprachigen Ländern sehr bekannte Cole Slaw, den ich in den USA kennen- und lieben gelernt habe. Er passt großartig zu Pommes Frites und Blechkartoffeln und zu gebackenem, gegrillten oder gebratenem Fleisch, ach, und überhaupt! Ein All-seasons-salad sozusagen, den auch Kinder mögen. Und: gesuuuuund! Ich esse ihn in dieser Jahreszeit am liebsten mit Kartoffeln vom Blech (mit Schale) und „Drumsticks“, Hühnerunterkeulen. Macht satt, glücklich und zufrieden! Da lockt dann auch der Nougat nicht mehr so verführerisch.

Rezept für Coleslaw

Gemacht ist er ganz leicht:

  • 1/2 Tasse Mayonnaise oder Salatcreme
  • je 1/4 Tasse Milch und Buttermilch
  • 1 1/2 Esslöffel weißer Essig
  • 2 1/2 Esslöffel Zitronensaft
  • 1/2 Tasse Zucker
  • Salz und Pfeffer

zu einer Salatsoße verrühren, dann

  • 8 Tassen geraspelten Weißkohl
  • 2 Tassen geraspelte Möhren
  • 1 fein gehackte Zwiebel

gründlich unterheben. Einige Stunden ziehen lassen. (Hält sich im Kühlschrank mehrere Tage!)

Guten Appetit und schöne Vorweihnachtstage!