Ob kalt oder warm: Diese Nudeln sind immer ein Highlight.

Tja, jetzt ist es unbestreitbar Sommer, nicht wahr? Die ersten echten Hitzewellen liegen schon hinter uns, auch die Fußball-WM ist in vollem Gange. Ach, a propos: haben Sie sich eigentlich auch schon mal gefragt, warum es ausgerechnet gerade die fiesesten, ungesündesten Süß- und Salzwaren sind, die in solchen Zeiten mit Schwarzrotgold und Nationalmannschaftsbildern beworben werden? Mich irritiert das jedes Mal enorm. Ob die dadurch einen gesunden Effekt bekommen, dass sie in Massen verzehrt werden, während sich im Fernseher unsere Nationalelf abrackert? Ich weiß ja nicht…
Ich selbst jedenfalls umgehe diese Falle, indem ich gar nicht Fußball gucke. Jetzt gar nicht mal aus böswilliger Absicht, sondern aus purem Zeitmangel: Im Garten ist nämlich durch das zwischendurch ja echt heiße Wetter die Vegetation ein paar Wochen zu früh, und weil ich wie jedes Jahr ein paar Wochen zu spät bin, muss ich täglich durch mein grünes Paradies rasen wie Müller über den Platz.

Jaa, ich weiß, wir sind hier bei „Gesund genießen“ und nicht bei „Aktiv in Bewegung“ – aber ich wollte so ein bisschen Hintergrund für das Rezept schaffen, das ich Ihnen heute ans Herz legen will. Nicht nur, weil ich es tatsächlich selbst erfunden und noch nirgends sonst gesehen habe, sondern vor allem, weil es  superschnell und einfach gemacht und damit perfekt für heiße Sommer und Fußballweltmeisterschaften ist. Da kann man getrost die schwarzrotgoldenen Tüten beiseite lassen. Die Sommernudeln sind eine Mischung aus Nudelgericht und Rohkostsalat und schmecken warm und kalt. Man kann die Reste vom Mittagessen also getrost in den Kühlschrank stellen, und jeder bedient sich daran, wie er mag. Nichts wird schlecht, nichts welk, das ist entspannte Sommerküche!

Aber genug der Vorrede, hier kommt das Rezept. Mengenangaben für ca. vier Personen, und so reichlich, dass das auch klappt mit dem kalten Abendessen.

Sommernudeln à la Ute:

  • Man braucht 500 g kurze Pasta, also Penne, Fusilli, Farfalle oder Tortiglioni (Ja, ich habe eine Schwäche für italienische Nudelnamen!)
  • 1 große oder 2 kleinere GELBE Paprika
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln oder 1 schlanke Stange Porree
  • 200 – 250 g CREMIGEN Feta vom levantinischen Händler Ihres Vertrauens (Ganz wichtige Zutat!! Nur in der wirklich allergrößten Not sollte zu schon fertig abgepacktem Feta aus dem Supermarkt gegriffen werden, warum, erkläre ich gleich bei der Zubereitung.)
  • 1 Dose Thunfisch in Oliven- oder Sonnenblumenöl (Bitte bitte achten Sie darauf, dass der von guter Qualität und vor allem dass das MSC-Gütesiegel für nachhaltige Fischerei drauf und/oder der Thunfisch mit Angel gefangen ist, ja? Bitte?)
  • und VIEL schwarzen Pfeffer, am besten frisch gemahlen.

Und so geht’s:

Einen angemessen großen Topf Nudelwasser aufsetzen. Bis es kocht, lässt sich schon mal das Gemüse putzen und waschen. Wenn es kocht, Salz ´rein, Nudeln ´rein und zurück zum Gemüse: Die Paprika wird in möglichst feine Streifen geschnitten. Ich halbiere sie erst, schneide dann die Hälften längs in drei Teile, lege diese Teile halbwegs übereinander und schneide sie dann quer, so fein es geht. Das gibt so ziemlich die perfekte Stückchengröße. (Wer eine superscharfe Rohkostreibe oder eine entsprechende Küchenmaschine hat, kann die Paprika auch raspeln oder raspeln lassen. Dafür muss aber die Paprika wirklich knackig und die Raspel wirklich scharf sein, sonst kann es fiesen Matsch geben…)

Die Frühlingszwiebeln werden in Ringe geschnitten, und zwar mit dem Grün. Falls es Porree sein sollte, mit dem das Gericht auch gut funktioniert, gilt dasselbe. Wobei die trockenen Enden des Grüns natürlich nicht mehr mitverwendet werden. Die beiden Gemüse geben Sie in eine Schüssel und schauen nach den Nudeln. Bzw. probieren den Gargrad. Für dieses Gericht müssen sie nicht unbedingt ganz korrekt al dente sein, aber ein Bisschen Biss sollten sie schon noch haben. Sind sie soweit? Dann folgen jetzt die entscheidenden Spiel- äh, Zubereitungsmomente:

Sie gießen die fertige Pasta durch ein Sieb ab – und kippen sie sofort wieder in den Topf zurück. (Den aber bitte nicht zurück auf die heiße Platte stellen, ok? Ich schreibe das aus Erfahrung…) Jetzt holen Sie das gute Stück Weichkäse aus der Kühlung und der Verpackung. Ich zerteile den gleich über dem Topf mit den Fingern in kleinere Brocken; falls noch auf die Nudeln gewartet werden muss oder Koch oder Köchin weniger rustikal veranlagt sind als ich, kann man das natürlich auch mit dem Messer auf einem Brett machen. Allerdings führt das bei dem hoffentlich wirklich cremigen Käse gern mal zu kleineren Masseverlusten, deshalb am besten kein Holzbrett nehmen… (auch hier schreibe ich aus Erfahrung!)

Der Käse wird liebevoll mit einem großen Rührlöffel so richtig in den Nudeln verteilt, und weil die noch warm und mit Resten von Nudelwasser versehen sind, schmilzt der Feta geradezu hinein. Und dazu kommt dann der Thunfisch mitsamt dem Öl und wird ebenfalls untergerührt. Feta und Öl verbinden sich dabei zu einer Art Dressing, und jetzt wissen Sie auch, weshalb es unbedingt cremiger Feta sein muss, nicht wahr? Und dort hinein kommt mit Schwung das geschnittene Gemüse. Noch einige Umdrehungen mit dem Kochlöffel – und voilá, die Sommernudeln sind fertig. Das heißt: fast. Der Pfeffer fehlt ja noch. Aber ob Sie den gleich großzügig in den Topf mahlen oder jeder Mitessende seine Portion mit der individuell gewünschten Menge selbst versieht, bleibt ganz Ihnen überlassen.

Nicht nur, dass die Sommernudeln sich ziemlich locker in einer Halbzeitpause machen lassen – bislang hat auch noch jeder Mitessende gestaunt, wie gut diese wenigen simplen Zutaten miteinander harmonieren, und wie frisch das Gericht dadurch schmeckt. Und so bleibt es dann auch noch mindestens ein, zwei Tage im Kühlschrank. Wenn es bleibt. Für die Erwachsenen unter uns schmeckt ein Glas leichter halbtrockener Weißwein übrigens sehr gut dazu.

So, und damit kann ich Sie jetzt guten Gewissens in den Sommer entlassen – und wünsche schon mal einen guten Appetit!