Ute kocht was leckeres mit Sprossen, Nudeln, Lauch, Paprika und überhaupt „was halt da ist. Oder weg muss.“

Sie kennen das sicher auch: plötzlich fällt einem siedendheiß ein, dass man da doch mal etwas versprochen hatte? Wie zum Beispiel weitere Rezepte mit Sprossen? Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass ich ihnen das Ziehen von Keimlingen als Bestandteil einer gesunden, schmackhaften und zudem noch preisgünstigen Küche wärmstens ans Herz gelegt hatte? (Wenn nicht, können Sie ja den Beitrag zum Glück nachlesen…) Und vielleicht haben Sie ja tatsächlich auch meine Lieblingsunterlage, die Bagels, schon einmal nachgebacken, und fragen sich jetzt, wie und wo sich die kleinen Powerpakete sonst noch kulinarisch einbauen lassen könnten? Denn auch wenn inzwischen allmählich die Frühlingsgemüse in Markt und Küche Einzug halten, die hohe Zeit des Spargels angebrochen ist und an Grünzeug kein Mangel mehr herrscht wie vormals im Winter – Sprossen haben das ganze Jahr Saison und sind, was die Dichte der wertvollen Inhaltsstoffe angeht, einfach unübertrefflich. Abgesehen davon gilt ja im Bereich „gesund genießen“ sowieso kein Entweder-Oder, sondern vielmehr ein entschiedenes „Sowohl als auch“, nicht wahr?

Das Rezept, das ich Ihnen hier vorstelle, ist übrigens grundlegend saisonunabhängig. Es handelt sich um eine haushaltsgerechte Freistil-Nachschöpfung der allseits beliebten Bratnudeln aus dem Asia-Imbiss, ein schnelles, leichtes und variables Gericht, für das zur Not auch bereits fertig gekaufte Sprossen herhalten dürfen. Und zwar die, die umgangssprachlich als „Sojasprossen“ bezeichnet werden, aber eigentlich korrekt „Mungbohnensprossen“ heißen. „Zur Not“ schreibe ich, weil aus der Sicht einer Sprossenselbstzieherin so ein armes, in Plastik und Styropor eingeschweißtes und schon tagelang vor sich hin getrocknet habendes Rudel Sprossen… Sie wissen schon. Kein Vergleich.

Zutaten

Für dieses Gericht dürfen die Sprossen auf der heimischen Küchenfensterbank übrigens fünf bis sechs Tage gekeimt sein, also schon längere Triebe entwickelt haben. Und eine gute Handvoll sollte es auch sein.

Ansonsten brauchen Sie für die Bratnudeln (Menge für 2 bis 3 Personen, je nach Appetit):

  • 250 Gramm dünne Spaghetti (also, fachfräuisch ausgedrückt, Spaghettini oder Capellini)
  • ca. 1-2 Esslöffel Sesamöl
  • ca. 2-3 Esslöffel Sojasoße
  • ca. 1-2 Teelöffel Hoisinsoße
  • ca 1 TL Chinagewürz Ihres Vertrauens oder 5-Gewürze-Pulver
  • Salz, Pfeffer und Chili nach Belieben
  • 2-3 Möhren (mit dem Sparschäler längs in hauchfeine Scheiben geschnitten)
  • 1/2 Stange Lauch oder 1/2 Bund Frühlingszwiebeln
  • wahlweise auch in feine Streifen geschnittene Paprika und/oder bereits etwas vorgegarten Brokkoli – was halt da ist. Oder weg muss.
  • Wenn Sie die fleischige Variante bevorzugen, schneiden Sie das Fleisch Ihrer Wahl (100 Gramm reichen aus) in feine Streifen und lassen es eine Weile in einer Mischung aus Soja- und Hoisinsoße im Kühlschrank durchziehen.

Zubereitung

Zuerst werden die Nudeln in viel Wasser knapp gar gekocht. In der Zeit, die sie dafür brauchen, lässt sich wunderbar das Gemüse säubern und stilgerecht in zarte Längsstreifen oder -Scheiben (Möhren!) schneiden. Und wenn Sie empfindlich auf Bohnen reagieren und daran denken, waschen Sie die Sprossen jetzt nicht nur, sondern blanchieren sie auch kurz in einer Kelle Nudelwasser.   Wenn die Nudeln fertig und abgegossen sind, wird auf die heiße Kochplatte die Pfanne – wenn Sie zu den Glücklichen gehören, die so etwas haben: die Wokpfanne – gestellt, gleich mit dem Sesamöl drin.

Sollten Sie Fleisch vorbereitet haben, ist das als erstes dran, sobald das Öl heiß ist. Braten Sie es rundherum scharf an und holen es wieder heraus. Falls es Huhn ist: es sollte durchgegart sein. Bei kleinen Streifen geht das zum Glück sehr schnell, aber testen Sie vorsichtshalber besser ein Stück.

Füllen Sie Öl nach, wenn nötig, dann das Gemüse und die Soßen und Gewürze, und rühren Sie das Ganze liebevoll, bis es nicht mehr ganz roh, aber noch knackig ist. Sie können natürlich auch die verschiedenen Gemüse nach Garpunktgrad sortieren und entsprechend separat zufügen, wie es die Könner machen; ich tue das nicht, siehe „haushaltsgerecht“: Bei mir kommt alles Gemüse gleichzeitig hinein und muss sehen, wie es zurechtkommt, da bin ich eher rustikal. Aber wenn man an einem Elektroherd arbeitet, kann man jetzt schon mal die Herdplatte ausstellen, für die letzten Schritte reicht die Restwärme. Fügen Sie das Fleisch, so vorhanden, und die Nudeln hinzu und vermischen sie gut mit dem Gemüse und dem Rest Soße. Zu guter Letzt folgen die Sprossen, die nur eben mit angewärmt werden.

Und dann: guten Appetit!