So, da habe ich doch im vorigen Text über „die neue Fleischesunlust“ mal wieder die Klappe aufgerissen und Rezepte versprochen, da muss ich jetzt auch liefern, nicht wahr? Heute geht es also um das Wie und das Was des fleischlosen Grillens. „Waas?“ werden jetzt einige (wahrscheinlich männliche) Leser erschreckt aufstöhnen, „Grillen ohne den Duft von brutzelnden Steaks, von bräunenden Würsten? Ohne das Aufzischen von Fett, das auf Glut tropft? Das ist doch kein Grillen!! Und Bier gibt’s wohl auch nicht mehr?“ Nein, keine Angst, liebe eingefleischte Grillmeister, so schnell stirbt diese Kultur wohl nicht aus. Aber hier soll es um Alternativen zum Fleisch gehen, die mit Fug und Recht einen Platz auf dem Grill verdienen. Ein paar Beispiele von vielen habe ich schon mal für Sie aufgetan, jede Menge weiterer finden sich im Internet, Stichwort „Vegetarisch grillen“.

An grilltauglichem Gemüse gibt es so einiges: Paprika, Zucchini, Aubergine und Zwiebel gehören dazu, aber auch Spargel, Fenchel, Möhren, Tomaten und Mais. Sogar Blumenkohl macht auf dem Grill eine gute Figur, wie Ihnen mein erstes Rezept beweisen wird. Grundlegend wichtig zu wissen: Gemüse braucht und verträgt nicht die Hitze, die Fleisch zum Garen benötigt, und natürlich auch nicht die Zeit. Daher legen Sie für pflanzliches Grillgut den Rost eine Stufe höher oder, wenn der Fleischesser mitgrillen will, nutzen Sie Aluschalen. Hartes Gemüse wie Möhren, Fenchel und besagter Blumenkohl wie auch Mais werden vorgegart. Und für den ganz besonderen Geschmack sorgen Marinaden aus hitzebeständigem Öl (wie etwa Olivenöl) und verschiedenen Kräutern und Gewürzen. Mit denen wird das jeweilige Gemüse mindestens eine halbe Stunde vor dem Gegrilltwerden eingepinselt, je länger die Marinade durchziehen kann, umso besser. So funktioniert es auch bei diesem Rezept, das Sie als „Praxistest“ gleich nutzen können:

GEGRILLTER BLUMENKOHL MIT AVOCADO-MINZ-REMOULADE

Sie brauchen:
2 kleine feste Blumenkohle (ist das die richtige Mehrzahl?)
5 Limetten, davon mindestens eine bio,
Cayennepfeffer, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer,
2-3 Esslöffel braunen Zucker und
4 Esslöffel Sonnenblumenöl.

Die Blumenkohle werden ca. 5 Minuten in Salzwasser blanchiert, dann zum Abkühlen beiseite gestellt. Derweil reiben Sie die Schale der Biolimette ab und pressen aus ihr und zwei weiteren Limetten den Saft. Den Abrieb plus Saft mischen Sie mit den Gewürzen und dem Sonnenblumenöl und rühren dan den Zucker in die Mischung. Lassen Sie die Marinade etwas stehen, damit sich der Zucker auflösen kann.
Dann schneiden Sie den abgekühlten Blumenkohl von der Mitte aus vorsichtig in dicke Scheiben. Spätestens bei der dritten Scheibe zerfällt der Rest zu Röschen, ist ok, das soll so. Pinseln Sie alles großzügig mit der Marinade ein und lassen es 30 Minuten durchziehen. Fürs Grillen können – mit etwas Geschick – die Scheiben und große Röschen direkt auf den Rost gelegt werden, damit sie dieses schicke Streifenmuster kriegen. Die kleineren Röschen kommen besser in die Aluschale.

Für die Remoulade brauchen Sie
den Saft der zwei übrigen Limetten
5 bis 6 Stengel Minze
2 reife Avocados und
125 Gramm Schmand.
Die Minzblätter werden von den Stengeln gezupft und kleingehackt, die Avocados halbiert, der Kern herausgenommen, das Fruchtfleisch mit Löffel aus der Schale geholt und mit der Gabel fein zerdrückt, dann mit dem Limettensaft und der Minze vermischt. Zum Schluss heben Sie den Schmand drunter und reichen die Remoulade zum gegrillten Blumenkohl. Guten Appetit!

Was mein eigenes absolutes Lieblingsgrillgemüse angeht – das ist eigentlich gar keins: Pilze. Die sind nämlich eine eigene Art für sich, ganz faszinierende Wesen, die in unfassbar vielen Variationen vorkommen. Fürs Grillen interessieren uns natürlich nur die essbaren! Aus den allseits bekannten knubbeligen Champignons lassen sich wunderbare Spieße machen, gern auch abwechselnd mit Stücken von Zucchini, Zwiebel und Paprika und mit Öl bestrichen, in dem zuvor ein Sträußchen Oregano gezogen hatte. Mein zweites Rezept aber ist speziell für die eher scheibenförmigen, superleckeren Austernpilze:

SESAM-AUSTERNPILZE

Sie brauchen:
2 Esslöffel Sesamsaat
400 Gramm Austernpilze
1 Knoblauchzehe
1 Lauchzwiebel
4 Esslöffel Sojasoße
1 1/2 Esslöffel dunkles Sesamöl und
2 Esslöffel Zucker

Zuerst wird die Sesamsaat in einer Pfanne ohne Fett 4 Minuten geröstet. (Vorsichtig und auf kleiner Flamme, Sesam brennt gern an!) Abkühlen lassen. Die Austernpilze werden geputzt, die Stiele abgeschnitten. Die Knoblauchzehe wird abgezogen und fein gehackt, die Lauchzwiebel ebenso. Dann verrühren Sie Sojasoße, Sesamöl und Zucker und lassen das Ganze zehn Minuten stehen, bevor Sie Zwiebel, Knoblauch und Sesam unterrühren. Darin werden die Austernpilze dann für 20 Minuten mariniert, bevor sie auf Spieße gesteckt fünf bis acht Minuten rundum gegrillt werden. Sie schmecken übrigens auch kalt sehr gut! Was Sie wahrscheinlich erst testen können, wenn Sie gleich die doppelte Menge machen.

So, da hätten Sie jetzt also schon mal zwei Rezepte zum Üben – und habe ich erwähnt, dass Sie sich hierbei um Kalorien und dergleichen keine Gedanken zu machen brauchen, ganz im Gegensatz zu den üblichen Bratwürsten?

In meinem nächsten Blogbeitrag stelle ich Ihnen dann ein paar leckere „Sättigungsbeilagen“ vor, eine davon vegetarisch, eine vegan. Sie dürfen gespannt sein! Bis bald also…