Also, eigentlich hatte ich ja vorgehabt, Ihnen in diesem Blogpost neue vegetarische Grillgerichte vorzustellen…aber: das Wetter war hier im Norden bisher derart unsommerlich, was Temperaturen und Mangel an Niederschlägen angeht, dass nicht einmal in meiner Kleingartenkolonie irgendwo ein Grill angeschmissen wurde. Und das ist, soweit ich mich erinnere, bisher noch überhaupt nicht vorgekommen. Gespenstisch geradezu! Allerdings, wer grillt schon gern bei unberechenbaren Windböen? Deshalb, und aufgrund der mangelnden Inspiration dadurch, dachte ich „Geh mal lieber auf Nummer Sicher und blogge etwas, das zu jeder Wetterlage und Jahreszeit nützlich sein kann“. Und weil ich im letzten Beitrag ja eine Bohne vorgestellt habe, die keine ist, wollte ich sowieso noch einmal auf die Bohnen zurückkommen, die auch wirklich welche sind, schon der Vollständigkeit halber.

Saison haben derzeit die Gartenbohnen, vom Busch oder von der Stange, in grüner, gelber oder blauer Schale. Die grünen Buschbohnen ziehe ich jedes Jahr speziell für ein Leibgericht meiner Söhne, nämlich das echt norddeutsche „Birnen, Bohnen und Speck“. Für mich selbst sind grüne Bohnen eher ein „ferner liefen“- Gemüse; ich bin ihnen sozusagen nicht wirklich grün. Daher soll es in diesem Beitrag auch nicht um solche Bohnen gehen, sondern um die, bei denen es um die Kerne geht, und von denen es  begeisternd viele Sorten gibt, aus aller Herren Länder. Und entsprechend viele Rezepte! Es gibt sie getrocknet oder eingedost, also ideal für die Vorratshaltung, und gerade in der immer mehr um sich greifenden vegetarischen und veganen Küche sind sie einer der Haupt-Eiweißlieferanten. Reich an Ballaststoffen, sorgen sie für eine gute Verdauung, und Eisen, Folsäure und Magnesium haben sie auch noch zu bieten. Und sie sättigen gut, ohne ein fieses Völlegefühl zu verursachen, herzlichen Dank dafür noch einmal an die Ballaststoffe!

Mein persönlicher Liebling ist die Kidneybohne, wesentlicher Bestandteil von Chili con und sin carne, das ultimative „ich hab´ keine Ahnung, wie viele kommen“- Partygericht. Aber der neueste Trend, der mich auch mitgerissen hat, sind „Bohnenburger“: Patties, zu Frikadellen geformtes gewürztes Bohnenmus, das gebraten und zwischen zwei Burgerbrötchenhälften gepackt wird. Dazwischen passen auch noch diverse Gemüsescheibchen, Salatblätter, Sprossen und andere Zutaten, je nachdem, wie die Patties gewürzt werden. Da lässt sich viel spielen und variieren, und wer mich kennt, weiß: das ist so richtig meins! Probieren Sie es mal aus, hier ist das Patty-Grundrezept:

1 Zwiebel wird geschält und fein gewürfelt, 2 Möhren geschält, geraspelt und gut ausgedrückt. 2 Dosen Kidneybohnen à 240 Gramm werden geöffnet, die Bohnen in ein Sieb gekippt und abgebraust, dann püriert. Wenn es etwas bissfester sein soll, kann ein Teil der Bohnen auch mit einer Gabel grob zerdrückt und dann dem Püree zugefügt werden. Dazu kommen dann Zwiebel und Möhrenraspel und ca. 8 Esslöffel Schmelzhaferflocken. Wenn die Bohnenmasse noch zu feucht zum Formen sein sollte, gern auch etwas mehr. So, und dann geht’s ans Würzen: Salz und Pfeffer, klar. Wenn es etwas pikanter schmecken soll, einen Klecks Senf gut mit untermischen, für einen „Real Mexican Burger“ würzen Sie mit viel Paprika, etwas Cayennepfeffer, Knoblauch, Oregano und Kreuzkümmel und einem Hauch Chili.

Die Patties werden in einer großen beschichteten Pfanne mit 4 EL gutem Bratöl auf jeder Seite ca. drei bis vier Minuten gebraten, die aufgeschnittenen Burgerbrötchen (gekaufte oder selbst gemachte, ist nicht schwer, Rezepte gibt’s im Netz – meins passt aus Platzgründen hier leider nicht mehr hinein) auf der Innenseite kurz antoasten, dann mit Mayo, Crème fraiche, Ketchup oder was auch immer Ihnen gefällt bestrichen und mit einem Salatblatt belegt. Patty drauf, Tomate, Sprossen, Avocadoscheiben, Salsa, Mangochutney (das sind jetzt Vorschläge, keine Anweisung) auf den Patty, darauf den Deckel – fertig. Lecker. Das Rezept reicht für vier Burger, Sie dürfen also gern teilen.

Soweit also zu meiner „Nummer Sicher“ für jede Jahreszeit und Wetterlage – lassen Sie sie sich schmecken!