Wie versprochen folgt heute der zweite Artikel zum Trendsport Nordic-Walking, diesmal mit dem Thema: Die richtige Technik.

Nordic Walking ist leicht zu erlernen und es gibt jede Menge Schnupperkurse, Probeangebote und Trainingsgruppen, in denen man das korrekte Walken üben kann. Trotzdem möchte ich ihnen heute einige Tipps zum Thema geben, um den Einstieg zu erleichtern.

Vor dem Start ist es wichtig sich aufzuwärmen. Schultern kreisen, Fuß- und Handgelenke kreisen, mit den Beinen eine große Acht malen, Rücken runden, am Platz marschieren und die Stöcke locker schwingen lassen, Knie im Wechsel anziehen, kleine Kniebeugen, Nacken lockern, Hüfte kreisen…usw.

Bevor sie nun mit ihrem Walk beginnen, richten sie ihren Körper natürlich auf, Scheitel zieht zum Himmel-Schultern ziehen tief, Knie sind nicht durchgestreckt, sondern weich- Kniescharnier öffnen.

Für einen einfachen und leichten Start, beginnen sie die Stöcke in der Handschlaufe locker zu halten und loszulaufen. Ohne auf die Stöcke oder auf ihre Schritte zu achten walken sie und lassen ihre Arme in ihrer selbstverständlichen Art mitschwingen. Schnell werden sie feststellen, dass ihre Stöcke durch den natürlichen Armschwung vorn aufsetzen und zwar immer in der natürlichen Kreuzkoordination. Was bedeutet, Arme und Beine bewegen sich Diagonal, wenn der rechte Arm vorn ist, ist das rechte Bein hinten.
Lassen sie diese natürliche Bewegung zu, ohne sie beeinflussen zu wollen und laufen sie so mit „schleifenden“ Stöcken eine Weile. Tun sie nichts, was sich gegen ihre, im Kindesalter erlernte Gehfähigkeit widersetzt, sondern walken locker und unverkrampft.
Wenn sie dies eine Weile gemacht haben, werden sie bemerken, es ist einfacher als gedacht und je weniger sie darüber nachdenken, desto simpler klappt es, weil es in der Natur des Gehens liegt. Das Zauberwort lautet „LOCKER“.

Die Lage des Oberkörpers sollte natürlich – dem Gehtempo angepasst – in einer leichten Vorlage sein. Durch die Kreuzkoordination (die Diagonalarbeit von Beinen und Armen) kommt ihr Oberkörper ganz automatisch in eine Rotation.
Schulterachse und Hüftachse rotieren und dadurch entsteht die Verwringung im Oberkörper, wodurch die Aktivierung ihrer Rückenmuskulatur auf Hochtouren läuft.

Die Arme sind bei den Vor-und Rückwärtsbewegungen aktiv am Walken beteiligt. Beim Vorwärtsschwung, der nicht höher sein sollte als ihr Bauchnabel, bzw. als ob sie „Guten Tag“ zu jemand sagen, kommt der Ellbogen nicht in eine Streckung, sondern bleibt immer leicht gebeugt.
Im Verlauf der Rückführung des Armes gelangt der Ellbogen in der hintersten Streckung in eine Gerade, was zu den wesentlichen Ausprägungen der Nordic Walking Technik zählt.

Auch die Hände spielen beim Walken eine wichtige Rolle, kurz vor Aufsetzen des Stockes wird die Hand locker geschlossen und sobald der Daumen auf Hüfthöhe angekommen ist wird die Hand geöffnet und bleibt geöffnet- gehalten durch die Schlaufe- bis die Stockspitze wieder vorn auftrifft.

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Hände öffnen sich beim Rückschwung

Dabei ist zu beachten, dass die Kraft durch die Schlaufe des Stockes übertragen wird, weshalb man nie den Stock zu fest greifen sollte.

Der Stockeinstich liegt idealerweise mittig zwischen Ferse des vorderen und Fußspitze des hinteren Fußes.

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Stockeinstich im Lot/Körperschwerpunkt

Zum Schluss rundet sich die korrekte Nordic Walking Technik durch eine tempoangepasste Schrittlänge und einen aktiven Fußaufsatz ab.

Zum Tempo sei noch so viel gesagt: Walk & Talk sollte parallel möglich sein!  Wenn sie also merken, sie können sich mit ihrem Walkingpartner nicht mehr unterhalten, ohne nach Luft zu schnappen, zügeln sie ihr Tempo.

Und nun… viel Spaß beim Walken

Ihre Christine Schaich