Der schmerzhafte Weg zu weniger Gelenkschmerz? Gina hat es ausprobiert!

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„Mühowas???“  So, oder so ähnlich habe ich auf den Vorschlag meiner Freundin Steffi reagiert, als sie  mich zu meinem Geburtstag auf einen Workshop einlud, der mein Leben verändern sollte.

Naja, sagen wir mal, er hat diesen Tag verändert und zahlreiche Vorsätze in mir ausgelöst, die ich mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich irgendwann in den nächsten Monaten umsetzen werde. Doch. Mit ziemlicher Sicherheit. Dabei hat mich selten etwas so fasziniert wie diese Faszien. Die wir übrigens alle besitzen, nicht nur die Gebildeten unter uns oder die besonders sportlichen Zeitgenossen.

Faszien sind die lange vernachlässigten Bindegewebsstrukturen, die sich durch den gesamten Körper ziehen, man kann sie sich als ahnungslose Laiin, wie ich eine bin, vorstellen als ein verzweigtes, und zwar unendlich verzweigtes Netzwerk von Faserbündeln, in der Tiefe sehr fein, an der Oberfläche schon mal breitbündig und als „Faszialplatte“ vorhanden. So haben wir unter unseren Füßen eine solche „Platte“, die Plantarfaszie.

Diese faserigen Stränge sind in den letzten Jahren als die wahren Übeltäter überführt worden, welche die Volksplage „Rückenschmerzen“ mitverantworten, zuweilen sogar ausschließlich. Natürlich streiten sich hier, wie auch in vielen, die körperliche Gesundheit betreffenden Fragen, die Experten über Definition von Faszien an sich, es ranken sich Mythen um die Bedeutung der „schlüpfrigen Dinger“ für unsere interzellulare Kommunikation, und ein wenig mutet die Lehre von den Faszien wie eine Science-Fiction-Story an, wenn man sich noch nie damit beschäftigt hatte bis dato.

Was kann man da Besseres tun, als sich den ganzen Spaß einfach mal selbst anzuschauen. Also, ab zum Workshop. Ausgerüstet mit Gymnastikmatte und bequemer Kleidung trafen wir uns in einem sehr schönen, hellen Saal einer Physiotherapiepraxis, dem Zeitgeist folgend ausgestattet mit Buddhafiguren und Zengarten, und eine quirlige, schon auf den ersten Blick sagenhaft biegsame Trainerin hieß uns mit einem Riegel Schokolade ( ja, es ist wahr !) für jede Frau willkommen. Männer waren seltsamerweise nicht anwesend. Wir müssen da scheinbar wieder einmal Pionierarbeit leisten, Männer haben da vielleicht erst mal Fantasien von Strumpfhosen und Flatterbändern, die sie davon abhalten, etwas für ihre Faszien zu tun… Sobald aber bekannt wird, dass das erste, was geschieht, wenn man sich den Bindegewebsstrukturen intensiver widmet, die Austestung der Schmerzgrenzen und deren Überschreitung ist, wird es von Helden, die keinen „Schmerz kennen“, nur so wimmeln.

Nach ungefähr einer Minute war uns das buddhagleiche gelassene Lächeln aus dem Gesicht gewichen, einzelne Schmerzenslaute brachen sich Bahn. Dabei sollten wir einfach nur auf einem Ball stehen, der eine etwas festere Konsistenz als ein Tennisball besitzt, und mit dem wir nun von unten diese bereits erwähnte Plantarfaszie massieren durften. Nach einer Weile löste sich dieser Schmerz etwas auf, und der Unterschied zwischen dem bereits behandelten Fuß zu dem unbehandelten war deutlich spürbar, Sie werden das vielleicht ähnlich vom Autogenen Training oder der Progressiven Muskelentspannung kennen. Nach dieser Übung folgte das Dehnen der äußeren Oberschenkelfaszien, was geschah, indem wir uns auf eine Gymnastikrolle legten, keineswegs eine von der weicheren Art, und uns daran entlangrollten von der Hüfte abwärts Richtung Knie. Hört sich harmlos an, bitte, meine Damen, meine Herren, probieren Sie es aus und berichten Sie… Unsere nette Trainerin Eva erzählte uns dann auch von Leistungssportlern, die aus dem Schreien nicht herauskamen zu Anfang der Übungen.

Nach einer Weile jedoch war ein Gefühl wie nach einer sehr angenehmen Massage spürbar, die zwar später zu Muskelkater werden sollte, aber dafür waren die mir so wohlbekannten heftigen Gelenkschmerzen leicht gemildert, und auch Muskeln fühlten sich beweglicher und schmerzfreier an. Eine herrliche Methode, sich selbst etwas Gutes zu tun, wenn man bereit ist, den ersten Schmerz auszuhalten und „wegzuatmen“. Mit den Bällen, der Rolle und ein wenig Mut, den Anfangsschmerz zu bekämpfen, kann man tatsächlich den ganzen Körper behandeln.

Mehr als Appetit machen auf eine vielleicht für Sie neue Art der Körpertherapie kann ich als interessierte Betroffene natürlich nicht, aber ich bin nach wie vor sehr angetan von dieser schmerzlindernden Methode. Wie immer, sollte man sich natürlich bei Ärzten und/oder Physiotherapeuten genauer informieren, bevor man zur Tat schreitet; geben die ihr O.K., ist dem Training nichts entgegenzusetzen außer der eigenen Bequemlichkeit, die man bekanntlich ja mal ausblenden muss, möchte man Erfolge erzielen. Das wirklich Schöne an dieser Ertüchtigung ist, dass man nicht endlose Kurse besuchen muss, um sich die nötige Kenntnis der Übungen anzueignen, man kann diese jederzeit allein zuhause weiterführen. Mittlerweile gibt es landesweit Therapeuten, die sich mit der Methode auskennen und Sie ihnen gerne näherbringen.

Vielleicht sogar mit einem vertrauenserweckenden Riegel Schokolade zu Beginn…