Physiotherapeut Marco Congia über den Einfluss von Sport auf die körperliche und geistige Entwicklung.

Für Kinder und Jugendliche stellt Sport und Bewegung grundlegende Voraussetzungen dar, sich körperlich, motorisch, kognitiv, psychosozial sowie emotional bestmöglich zu entwickeln.

Denn Bewegungsmangel ist ein klassisches Problem in der heutigen Wohlstandsgesellschaft, welches nicht nur Erwachsene betrifft, sondern auch vermehrt bei Kindern und Jugendlichen anzutreffen ist. Um jedoch Risikofaktoren vorzubeugen, ist es unerlässlich, Jugendliche zu motivieren, sportliche Aktivitäten auch außerhalb des Schulsports zu integrieren. Hierbei spielt die Prävention von Risikofaktoren eine entscheidende Rolle. Neben der Entstehung von Übergewicht, können mit sportlichen Aktivitäten auch weitere Faktoren wie Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vorgebeugt werden. Auch wird angenommen, dass Sport und Bewegung Auswirkungen auf die schulischen Leistungen und kognitivenFähigkeiten haben können. Des Weiteren kann eine regelmäßige sportliche AktivitätEinfluss auf die psychosoziale Gesundheit sowie die Persönlichkeitsentwicklung nehmen.

Aufgrund zentralnervöser Erregungsprozesse weisen Kinder einen natürlichen Bewegungsdrang auf. Dieser wird jedoch aufgrund der technologischen Entwicklung, Urbanisierung und Medienkonsum im Wesentlichen eingeschränkt. Zudem beeinflussen familiäre Vorbilder sowie Peergroups positive sowie negative Verhaltensweisen. Deutlich wird auch, dass audiovisuelle Medien an der Entstehung von Übergewicht beteiligt sind

Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen wird oft das Problem des Bewegungsmangels diskutiert. Bewegung dient nicht nur der Kalorienverbrennung, sondern auch dem Stoffwechsel und dem Immunsystem. In der Therapie von Übergewicht ist es daher ratsam, durch sportliche Aktivitäten den Energieumsatz zu steigern. Jedoch kann Bewegung nicht förderlich sein, wenn eine bedarfsgerechte Ernährung fehlt

Hohes Körpergewicht stellt für Kinder und Jugendliche eine gesundheitliche Gefährdung dar. Neben einem Anstieg von adipösen Kindern tauchen vermehrt Krankheiten im Jugendalter auf, die üblicherweise erst bei älteren erwachsenen Menschen zu finden sind. Hierunter zählen das metabolische Syndrom, Diabetes mellitus Typ 2 (auch „Altersdiabetes“ genannt) sowie Fettleber und orthopädische Störungen. Ich bin der Ansicht, dass darüber hinaus die psychischen Belastungen im weiteren Gesundheitsverlauf enorm sind. An diesem Punkt drohen soziale Ausgrenzungen und ein vermindertes Selbstwertgefühl.