Sportliche Betätigung, in welcher Form auch immer, bekommt Körper und Geist, so ist es überall zu lesen.

Vor einigen Jahren gärte auch in mir der Gedanke mich etwas aktiver zu betätigen. Von einer sonntäglichen Radtour oder einer Fahrt mit dem Fahrrad in die Arbeit mal abgesehen, war mein sportliches Engagement jedoch eher etwas unstrukturiert. Bis ich eines Tages in der örtlichen Tageszeitung die Chance zur Teilnahme an einem sportlich ambitionierten Projekt gelesen habe. Die Bezeichnung von „0 auf Triathlon“ machte mich neugierig.

Rückblick:

Im Herbst 2010 wurde in Verbindung mit einer lokalen TV-Station und der örtlichen Tageszeitung das oben genannte Projekt angeboten. Insgesamt 20 Teilnehmer konnten daran teilnehmen, zwei davon wurden gecastet und von der TV-Station während des Trainings bis zum abschließenden Wettkampf begleitet.

Durch eine Mail ein paar Tage vorher an den Trainer des Projekts, welcher selbst erfolgreicher Teilnehmer an verschiedenen Langdistanzen -unter anderen in Hawaii- war, wusste ich um den Termin des Castings. Dummerweise hatte ich zur gleichen Zeit jedoch auch mit meinen Arbeitskollegen zu einem Abendessen ausgemacht. Auf dem Weg dorthin stellte ich die Schicksalsfrage und bog spontan auf den Parkplatz des Fitnesscenters ein wo das Casting statt fand.

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Glück gehabt?

Bei der Auslese erhielt ich glücklicherweise den Zuschlag für eine Teilnahme und ich hatte sozusagen die Wildcard für das Training über sieben Monate bis zum finalen Wettkampf „gewonnen“. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wie viel Schweiß mich dieser Gewinn noch kosten wird.

Schon bald darauf ging es los mit den ersten Trainingseinheiten. Brustschwimmen konnte ich ja. Zwar mehr schlecht als recht, aber es langte für einige Meter. Jedoch ging es nun darum das Kraulen zu lernen. Nur mit Kraulen alleine ist es nicht getan. Um die Technik zu erlernen bedurfte es vieler Stunden an Wassergymnastik und technischer Übungen. Und ich glaube, dass ich selbst heute den Bogen noch nicht heraus habe.

Ähnlich war es beim Laufen. Ich hatte mit dem Laufen nämlich so gar nichts am Hut. Doch stetige Trainingseinheiten, angereichert mit Lauf-ABC und Intervallläufen, zeigten auch hier einen Zuwachs an Ausdauer und Leistung. So dass sich die Umfänge, welche sich nach und nach steigerten, auch bewältigt werden konnten.

Radfahrtraining im Winter ist natürlich weniger angeraten, gerade wenn man in einer Ecke Bayerns wohnt die, gerade auch in diesem Jahr, mit der weißen Pracht „gesegnet“ war. Also war Spinning angesagt. Eine Sportart die ich so auch noch nie gemacht hatte, mir allerdings außerordentlich gefiel. Die Mischung aus guter Musik und guter Laune bei sportlichem Anspruch traf meinen Geschmack.

Einmal in der Woche galt es auch den, in den Jahren zuvor vernachlässigten, Körper „zu stählen“.Rumpfstabilisierungsübungen welche die Muskulatur auf dem Weg zum ersten Triathlon unterstützen sollten, wurden fleißig geübt und trainiert.

Da sich, wie bereits erwähnt, mehrere „Leidensgenossen“ auf diesen Weg gemacht haben, gab es auch eine Gruppendynamik die einen anspornte die Trainings gemeinsam zu absolvieren. Daraus entstanden dann nach und nach Freundschaften die auch heute noch Bestand haben.

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Die Null ist weg!

Schließlich war es nach sieben harten und ambitionierten Monaten soweit den ersten Triathlon in meinem Leben zu absolvieren. Ursprünglich wollte ich mich eigentlich nur für eine Sprintdistanz (500 Meter Schwimmen, 20 Km Rad, 5 Km Laufen) anmelden, mein Trainer meinte jedoch, „mach du mal eine Kurzdistanz (1500 Meter Schwimmen, 40 Km Rad, 10 Km Laufen), die schaffst du schon“, wovon ich nicht so wirklich überzeugt war. Er behielt recht! Mit diesem Einstieg in den Ausdauersport wurde für mich eine Grundlage geschaffen von der ich heute noch zehre. Denn es folgten noch weitere Wettbewerbe verschiedener Disziplinen, an denen ich teilnahm.

Das Laufen, eigentlich meine „Hassdisziplin“, wurde mehr und mehr forciert. Die Teilnahme an Laufwettbewerben über lange Strecken oder an Radevents über mehrere Stunden ist heute kein Problem mehr. Natürlich geht das nur weil ich das Training, wenn auch nicht mehr ganz in diesem Umfang, beibehalten, oder angepasst habe.

Was ich damit sagen will: Für mich persönlich war die Teilnahme an diesem Projekt eine Initialzündung und sozusagen die Grundsteinlegung für den Ausdauersport. Ich bin froh dass ich damals den Blinker gesetzt und abgebogen bin.