Die erste Mountainbike-Tour des Jahres führt Wobenzym-Autor Andreas in den Oberpfälzer Wald.

Winter! Was für ein Winter? Wo? Stattdessen erste Frühlingsgefühle im Februar. Was liegt da näher als bei mildem Wetter sich schon mal zu überlegen wie man diesen Aufbruch nutzt. Ein Besuch im Straßencafe? Shoppingtour wie viele andere Menschen auch? Nix da! Das Fahrrad wartet schon viel zu lange und hat schon ordentlich Staub angesetzt seit der Einwinterung im Herbst.

Deshalb war nach der ersten positiven Wetterprognose ein Blick zu den Schätzen auf zwei Rädern angesagt. Das Rennrad steht gut geschützt im Keller und muss auf den ersten Einsatz noch etwas warten bis das letzte Salz und Split von den Straßen gewaschen ist. Das Tourenrad ist etwas zu sehr auf asphaltierte Wege ausgelegt, aber da steht es ja, das Mountainbike das geradezu auf einen Ausritt wartet.

Luftdruck geprüft, ein paar Tropfen Öl auf Kette und bewegliche Teile und den ersten paar Metern zum Testen von Bremse und Schaltung steht nichts mehr im Wege. Sofort überkommt einem die Lust einfach los zu fahren. Doch erst mal muss noch das restliche Equipment gesucht werden. Trinkflasche, Helm, die kältetaugliche Radlerbekleidung liegt natürlich ganz unten im Schrank, aber alles ist in kürzester Zeit beisammen.

Und weil Mountainbiken in der Gruppe einfach mehr Spaß macht, im Gegensatz zum Rennradfahren, schnell noch ein paar Freunde kontaktiert und weil die genau so ticken, haben die nur auf eine SMS gewartet und schon steht einer ersten Tour in 2014 nichts mehr entgegen.

Zu Anfangs geht es noch auf asphaltierten Wegen gemächlich voran. Schnell hat man jedoch seinen Tritt wieder gefunden. Einer aus der Gruppe, der mit den dicksten Oberschenkeln, übernimmt dann schon bald die Führung und agiert als Guide durch den schneefreien Oberpfälzer Wald. Das Wetter ist angenehm, die Luft im Wald frisch und riecht nach feuchter, frischer Erde.

Schon kurz nach den ersten Metern auf den Waldwegen kommen schon die ersten Gedanken ob man sich doch nicht zu früh hinausgewagt hat. Die Wege sind weich und von den Holzabfuhren durchgematscht und schwer zu fahren. Feuchte Wurzeln versetzen immer wieder das Hinterrad auf den Steigungen und lassen es kurz durchdrehen. Und weil unser „Guide“, von mir liebevoll „das Trüffelschwein“ benannt wenn es um das Auffinden von unmöglichen Touren geht, sich tiefer und tiefer in den Wald und auf die Hügel vorkämpft, gibt es für die nachfolgenden Mitfahrer natürlich kein Entkommen.

Ein kleiner Trost ist jedoch immer nach langen Steigungen die bald darauf folgende Abfahrt. Einfach „laufen lassen“ ist nicht, da man sich in den Furchen immer wieder korrigieren muss. Jedoch hat man auch hier schnell wieder das richtige Gefühl und merkt, langsam ist nicht immer gut. Mit einem gewissen Schwung lässt sich so manche Schlammpfütze einfach eleganter durchpflügen.

Nach gut 40 Kilometern und unzähligen Auf- und Abfahrten ist nach zweieinhalb Stunden der Auftakt zur Mountainbikesaison 2014 gemacht. Alle aus der Gruppe sind etwas durchgekaut und müde, durchgeschwitzt und dreckig von oben bis unten, aber jeder hat so ein komisches Grinsen im Gesicht an dem man erkennen kann das es ein gelungener Auftakt war.