Andreas will sich eigentlich auf den Halbmarathon in Berlin vorbereiten, als sein Körper rebelliert.

Es ist zum Verzweifeln! Höhen und Tiefen gab und gibt es ja immer wieder mal. Aber so wie jetzt, so kurz vorm Ziel einzuknicken, dass hatte ich noch nie. Aber der Reihe nach.

Im Herbst des letzten Jahres sah ich die Ausschreibung für den Halbmarathon in Berlin. Trotz allem Für und Wider aus dem Freundes- und Bekanntenkreis habe ich mich für so einen großen Event angemeldet. Zum Einen weil die Berliner Zuschauer eine Wucht sind, die Hauptstadt einfach toll und die Laufstrecke, eine Sightseeingtour, erster Güte ist. Zum Anderen – und das ist der eigentliche Hauptgrund – treffe ich dort wieder lieb gewonnene Freunde die ebenfalls auf meinem Level laufen.

Noch dazu passt der Termin bestens, 30. März. Da konnte man nämlich gleich nach Neujahr mit einem Training beginnen das einen in drei Monaten locker dorthin führt. Und der Winterpelz wird auch nicht abgetragen, weil man sich des Öfteren doch mit Trainingskleidung aus dem Haus wagen muss. Die ersten Wochen des Trainings, einen für mich passablen Plan habe ich im Internet gefunden, liefen optimal. Der milde Winter machte es einem leicht sich an die Trainingsvorgaben zu halten und diese „abzulaufen“.

Mein Ziel war es die Distanz von 21 Kilometern unter zwei Stunden zu schaffen. Ich befand mich auf einem guten Weg. Mein Plan beinhaltete alles um mein Ziel zu erreichen. Lange Dauerläufe, Tempointervalle, schnelle kurze Dauerläufe, langsame Läufe. Regelmäßige Gymnastik und Dehnen sollten das Erreichen meines Ziels fördern.

Doch dann passierte es. An einem der ersten sonnigen Märztage spürte ich nach ungefähr 8 Kilometern ein Ziehen in der rechten Wade. Keine Ahnung warum, einfach aus dem Nichts heraus. Ich war ruhig und entspannt unterwegs, keine Steigungen oder andere Herausforderungen. Nach wenigen Metern ging schließlich gar nichts mehr.

Dehnen der Wade, Gehpause, langsam Laufen: nichts half. Da hatte ich mir wohl eine ordentliche Zerrung zugezogen. Wieso, weshalb, warum? Ich weiß es nicht.

Ich dachte dass ich mich von sportlicher Seite eigentlich nicht zu sehr überanstrengt hatte. Nun gut, warum über etwas ärgern das im Moment nicht zu ändern ist. Zwei Wochen Laufpause werde ich wohl mindestens einhalten müssen.

Um die Kondition zu halten probierte ich aber gleich mal aus wie das mit dem Radfahren geht. Und das ging erstaunlicherweise gut. Laufschuhe in die Ecke und Radschuhe an. Also ging es mit dem Rad raus. Das lief super, meine Wade spürte ich fast gar nicht und ich freute mich schon auf meinen ersten Laufversuch in ein paar Tagen. Aber daraus sollte nichts werden.

Ein grippaler Infekt streckte mich nämlich bei bestem Wetter nieder und jetzt konnte ich natürlich auch das Radfahren vergessen. Dadurch habe ich jetzt gezwungenermaßen über zwei Wochen Trainingspause, und das so kurz vor „Zielschluß“. Ob ich das noch aufholen werde?

In Berlin antreten werde ich auf jeden Fall. Ich habe mir jetzt vorgenommen einen Genusslauf zu machen. Ich werde das Thema Sightseeing in den Vordergrund stellen. „Dabei sein ist alles.“ Wie das „Projekt Halbmarathon Berlin“ dann ausgegangen ist werde ich demnächst hier berichten.