Schon vor rund 100 Jahren erkannte Pfarrer Sebastian Kneipp die positive Wirkung von Wasser auf Körper, Geist und Seele. Genauer gesagt, am 16. November 1849 wurde ihm in einem Selbstversuch die überaus wohltuende und stärkende Wirkung vom kühlen Nass bewusst. Nur wenige Jahre später erlangten seine Wasseranwendungen Anerkennung und wurden Heilkonzept. Die Kneipp-Therapie ist mittlerweile wissenschaftlich bestätigt und anerkannt. Eine seiner erfolgreichsten Erfindungen war das Wassertreten, vor allem deshalb perfekt, weil es fast überall und ohne viel Aufwand ausgeführt werden kann. Ob am Bach, See, Fluss, oder zuhause in der Wanne oder mit Eimer. Aber wie funktioniert das genau?

Vor dem Start gilt: Niemals auf kalter Haut- die Füße müssen warm sein !

Nun füllen Sie Wanne oder Eimer kniehoch mit kaltem Wasser und stellen sich hinein. Wassertreten nach Kneipp bedeutet Sie schreiten langsam im Storchengang durchs kühle Nass und zwar so, dass immer ein Beim komplett aus dem Wasser gezogen ist, wobei die Fußspitze nach unten Richtung Wasser zeigt. Sie tauchen auf diese Art abwechselnd Ihre Beine ins Wasser, bis ein Kältegefühl an Unterschenkeln und Füßen eintritt, was meist innerhalb von ein bis zwei Minuten der Fall ist. Dann verlassen Sie Ihr Kneipp-Bad, streifen das Wasser mit den Händen von den Beinen und Füßen ab, ziehen Socken an und sorgen durch Bewegung wie zum Beispiel Fußgymnastik oder Gehen für die nötige Erwärmung Ihrer Füße.

Wassertreten eignet sich hervorragend für die Stärkung der Venen, des Kreislaufs und des Immunsystems, aber auch der Stoffwechsel und die Durchblutung werden beim Wassertreten positiv beeinflusst. Ebenso eignet sich der Storchengang durchs Wasser als Beruhigung und am Abend durchgeführt als Einschlafhilfe. Ebenfalls wiksam gegen Kopfschmerzen und Migräne, sowie gegen Fußschweiß und zur Blutdrucksenkung.

Bei Nieren- und Blasenbeschwerden und bei Verdacht auf Ischias sollte die Kneipp‘sche Wassertretkur nicht durchgeführt werden.

Sonnige Grüße Ihre Christine Schaich